«Klimawandel» als Projekt von Stiftungen

Jacob Nordangård über Klimawandel als Steuerungsinstrument in Universitäten

von Dr. Peter F. Mayer*

23. Oktober 2026) (CH-S) Eugenetik, Gesundheit oder Klima – international agierende Stiftungen gewinnen über Jahrzehnte immer mehr Einfluss auf die alltägliche Politik in den Einzelstaaten. Der schwedische Forscher Jacob Nordangård untersucht ihren Einfluss auf die globale Klimapolitik.

Dr. Peter F. Mayer.
(Photo www.tkp.at)

Dem Herausgeber und Chefredakteur Dr. Peter F. Mayer und seinem Team von «TKP. Blog für Science und Politik» gelingt es immer wieder, aus verschiedenen Bereichen in seinen Beiträgen einer breiteren Öffentlichkeit spannende Aspekte zugänglich zu machen.

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Am 10. und 11. Oktober 2026 hielt der schwedische Forscher Jacob Nordangård auf dem vierten «Omniwar-Symposium» seinen Vortrag «The Capture of Academia – The Case of Climate Change».1

Nordangård, promovierter Wissenschafts- und Technikhistoriker (Linköping University) und Autor von «Rockefeller – Das Spiel kontrollieren»,2 zeichnet darin die institutionelle und finanzielle Genealogie der anthropogenen Klimawandel-These nach – nicht als reine Wissenschaftsgeschichte, sondern als Geschichte der gezielten Lenkung akademischer Aufmerksamkeit und Ressourcen.

Der Paradigmenwechsel 1988

1988 erklärte die UN-Generalversammlung den anthropogenen Klimawandel zur «common concern of mankind». Im selben Jahr wurden die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gegründet.

Nordangård beschreibt dies als den Übergang vom Kalten Krieg zum «Warm War». Ab diesem Zeitpunkt wurden Forscher, die die These vom menschengemachten Klimawandel bestätigten, mit enormen Ressourcen ausgestattet, während diejenigen, die natürliche Klimaschwankungen betonten oder die Grössenordnung des menschlichen Einflusses relativierten, weitgehend ausgegrenzt und als «Klimaleugner» gebrandmarkt wurden – oft mit dem Verweis auf angebliche Finanzierung durch die Ölindustrie.

Die Frage, die Nordangård stellt, ist nicht primär die nach dem physikalischen Mechanismus, sondern: Wie kam es zu dieser massiven Ressourcenverschiebung und zur moralischen Hierarchisierung innerhalb der Akademie?

Wurzeln in Eugenik und Technokratie

Der Vortrag führt die Wurzeln der anthropogenen Klimawandel-Theorie in die 1950er-Jahre zurück und verbindet sie mit eugenischen und technokratischen Traditionen der Steuerung von Bevölkerung und Ressourcen.

1952 gründete John D. Rockefeller III das Population Council. An der Gründungskonferenz nahm auch der Ozeanograph Roger Revelle von der Scripps Institution of Oceanography teil. Revelle, eng verbunden mit Detlev Bronk (damals Präsident der National Academy of Sciences und in Rockefeller-Stiftungen engagiert), wurde in den folgenden Jahren zu einem der zentralen Protagonisten der CO₂- und Klimaforschung. Unter seiner Leitung an Scripps begann Charles David Keeling die berühmten Messungen, die später zur Keeling-Kurve3 wurden.

Parallel dazu initiierte der Rockefeller Brothers Fund das Special Studies Project unter der Leitung von Henry Kissinger. In diesem Rahmen wurde der Klimawandel bereits in den späten 1950er-Jahren als grenzüberschreitendes Problem identifiziert, das sich für internationalistische Ambitionen eignete.

Die Rockefeller Foundation und der Brothers Fund förderten gezielt Institute und Forscher, die die anthropogene These vorantrieben – darunter die Scripps Institution und das International Meteorological Institute (IMI) an der Universität Stockholm, das 1955 auf Initiative von Carl-Gustaf Rossby gegründet worden war. Schwedische Meteorologen wie Bert Bolin (später erster IPCC-Vorsitzender) standen in diesem Netzwerk.

Nordangård betont die enge Verflechtung mit der Bevölkerungskontrolle: Dieselbe philanthropische Infrastruktur, die eugenische und populationspolitische Projekte vorantrieb, finanzierte und legitimierte die Klimaforschung. Ein globales, grenzüberschreitendes Problem – ob Bevölkerung oder Klima – legitimiert globale Institutionen und Steuerung.

Die systematische Lenkung der Universitäten

Seit den 1950er-Jahren arbeiteten die Rockefeller-Stiftungen methodisch darauf hin, die Richtung der akademischen Forschung zu beeinflussen. Wer die These bestätigte, wurde gefördert; wer sie hinterfragte, bekam weniger Mittel und geriet ins Abseits.

Das Ergebnis war kein reiner wissenschaftlicher Konsens, sondern eine durch Finanzierung und Karriereanreize geprägte Hierarchie. Nordangård dokumentiert dies anhand von Jahresberichten, Förderdokumenten und institutionellen Verbindungen – Material, das in seinen Büchern Rockefeller – Das Spiel kontrollieren4 (englische Ausgabe 2024) und der schwedischen Vorgängerversion ausführlich aufbereitet ist jacobnordangard.se.5

Im 2005 «Annual Review» des Rockefeller Brothers Fund wird die strategische Dimension offen formuliert: «Die Erwärmung des Klimas ist […] ein globales Problem, das jeden erdenklichen Aspekt der menschlichen Gesellschaft betrifft. Darin liegt unsere Chance.»6

Das Ziel, so Nordangård, war und ist die Etablierung eines weltweiten digitalen Klimaschutz-Systems – eines Steuerungsapparats, der Daten, Modelle und Maßnahmen global koordiniert.

Von der Akademie zur politischen Realität

Die Kaperung der Akademie ist für Nordangård kein Nebeneffekt, sondern Voraussetzung. Die Wissenschaft liefert die Legitimation, die Politik die Umsetzung. Die 1972er UN-Umweltkonferenz in Stockholm (mit Maurice Strong in zentraler Rolle, selbst eng mit Rockefeller-Netzwerken verbunden) markierte einen weiteren Meilenstein.

Spätere Entwicklungen – IPCC-Berichte, Klimaabkommen, die Verbindung zum World Economic Forum und die Vision einer digitalen «Agentic State» [KI-gestützte Staatsführung] – erscheinen in dieser Lesart als logische Fortsetzung.

Nordangård selbst erlebte als Dozent an schwedischen Universitäten den Druck, als er vom Konsens abrückte. Sein Vortrag auf dem Omniwar-Symposium7 steht im Kontext einer kritischen Bestandsaufnahme: Die Akademie hat ihre Rolle als Gegenmacht weitgehend aufgegeben. Stattdessen produziert sie den wissenschaftlichen Unterbau für technokratische Steuerung.

Quellen statt Narrative

Was Nordangård vorlegt, ist eine institutionengeschichtliche Analyse, gestützt auf die eigenen Dokumente der Stiftungen, UN-Beschlüsse und die Geschichte zentraler Forschungsinstitute. Die Folien des Vortrags und die zugrundeliegenden Quellen sind öffentlich zugänglich.

Ob man seine Schlussfolgerung teilt – dass der Klimawandel letztlich ein Instrument globaler sozialer, politischer und ökonomischer Kontrolle ist – oder nicht: Die systematische Förderung einer bestimmten Forschungsrichtung durch private Stiftungen mit geopolitischen Ambitionen ist dokumentiert. In einer Zeit, in der abweichende Positionen weiter marginalisiert werden, bleibt die Prüfung der Primärquellen der sinnvollste Weg.

* Peter F. Mayer ist Publizist für Science&Technology. Er ist Herausgeber und Chefredakteur von «tkp – Der Blog für Science&Politik» und ist erreichbar unter home@tkp.at.

Quelle: https://tkp.at/2026/10/12/jacob-nordangard-ueber-klimawandel-als-steuerungsinstrument-der-universitaeten/, 12. Oktober 2026

1 Jacob Nordangård ist schwedischer Forscher, Autor und Dozent Ph.D. für Technologie und sozialem Wandel an der Universität Linköping. Er ist Gründer der Stiftung-Pharos und CEO von Pharos Media Productions.
Die Aufzeichnung, das Abstract und die umfangreichen Folien (PDF, über 80 MB) zum Vortrag sind über
David A. Hughes’ Substack (https://dhughes.substack.com/p/jacob-nordangard-the-capture-of-academia) und die Symposiumsseite (https://www.omniwar.org/talks/climate-change/) zugänglich. (Vortrag: https://videopress.com/v/dKwO5gmx)

2 https://www.kopp-verlag.de/a/rockefeller-das-spiel-kontrollieren

3 https://www.cleanthinking.de/keeling-kurve-einfach-erklaert/

4 https://www.kopp-verlag.de/a/rockefeller-das-spiel-kontrollieren

5 https://jacobnordangard.se/en/

6 https://www.rbf.org/annual-reviews/2005-annual-review

7 https://www.omniwar.org/

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