Gesellschaftsfragen

Kommentar

«Epstein-Länder» und «Mullah-Staat»

Warum uns die Welt als «Epstein-Länder» bezeichnet

von Robert Seidel*

(8. Mai 2026) Muss man es als blanke Propaganda werten, wenn der «Wertewesten» in anderen Weltgegenden als «Epstein-Länder» verschrien wird? – Natürlich ist es Propaganda. – Genauso, wie es Propaganda ist, wenn man den Iran als «Mullah-Staat» bezeichnet. Während im Iran tatsächlich eine Art Theokratie herrscht, fällt es dem informierten Leser schwer mit dem Begriff «Epstein-Länder» etwas anzufangen. Wieso «Epstein-Länder»? Was haben wir mit Epstein zu tun? In den Staaten des mittleren Ostens und des Südens sieht man das offenbar anders.

Sanktionen töten leise – und verfehlen ihr Ziel

Zur Glaubwürdigkeit der Neutralität

von Prof. em. Dr. Wolf Linder,* Bern

(8. Mai 2026) Wirtschaftssanktionen gehören zu den umstrittensten Punkten der «Neutralitätsinitiative» [Eidgenössische Volksinitiative «Wahrung der schweizerischen Neutralität»]. Noch und noch kursiert die falsche Behauptung, die Initiative verbiete jegliche Sanktionen und beraube die schweizerische Aussenpolitik eines wichtigen aussenpolitischen Instruments.

Schweiz – Kambodscha

Meilensteine der Kantha Bopha-Spitäler – gestern und heute

von «Stiftung Kinderspital Kantha Bopha»*

(24. April 2026) Die Geschichte der Kantha-Bopha-Spitäler ist ein beeindruckendes Kapitel humanitärer Hilfe. 1992 bauten die Schweizer Kinderärzte Beat Richner (1947–2018) mit seinem Kollegen Peter Studer (1947–2020) auf Wunsch des Königs das Spital in Phnom Penh wieder auf, das nach dem Krieg in Schutt und Asche lag. 1999 öffnete im Norden des Landes das Jayavarman VII-Spital seine Türen. Heute versorgen wir an beiden Standorten mit fünf Krankenhäusern und einer Geburtsklinik täglich rund 3000 Kinder und haben über 2700 Arbeitsplätze für Einheimische geschaffen.

«Ihr seid uns echt brutal wichtig!»

Drogenprävention mit Herz und Verstand

von Dr. med. Sabine Vuilleumier-Koch*

(17. April 2026) «Endlesslife-Suchtprävention hilft, Abhängigkeiten früh zu verhindern und das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden zu stärken.» Mit diesen Worten bietet der Verein Endlesslife aus St. Gallen an, was gut 120 Jugendliche einer Kantonsschule Ende März erleben durften. Dabei gelang es Thomas Feurer, dem Gründer der Organisation «Endlesslife» (siehe Kasten) und seinem Team, die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler während eines ganzen Morgens – vier Stunden lang – zu fesseln und sie zur aktiven Teilnahme zu motivieren.

Social Media, junge Mädchen und der Überwachungsstaat

von Anne Burger*

(10 10. April 2026) Jugendschutz oder Anonymität im Netz sind falsche Widersprüche. Man kann sowohl Kinder vor Social Media schützen als auch die Meinungsfreiheit aufrechterhalten. Beides ist wichtig.

Solidarität im Dorf – verlieren wir etwas Wertvolles?

von Stephan Laube, Gemeinderat in Felben-Wellhausen (TG)

(27. März 2026) Viele von uns kennen es noch: Im Dorf war Hilfe selbstverständlich. Wer spät von der Arbeit kam, wusste dass die Kinder beim Nachbarn mitessen konnten. Man lieh sich Leiter, Werkzeug oder Auto, ohne Quittung und ohne Diskussion. Wenn jemand krank wurde oder ein Todesfall eintrat, stand eine Handvoll Menschen vor der Tür – mit Suppe, Zeit und offenen Ohren.