Max Petitpierre – Mut, mit den «Bösen» zu verhandeln
von Guy Mettan,* Genf
(10. April 2026) Am Mittwoch, dem 18. März, feierten wir den 80. Jahrestag der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland (damals Sowjetunion).
Gelinde gesagt waren diese Beziehungen turbulent. Im Jahr 1945, als er gerade als Aussenminister in den Bundesrat eingetreten war, befand sich Max Petitpierre in einer sehr heiklen Lage. Die beiden Hauptsieger des Zweiten Weltkriegs, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion, nahmen der Schweiz ihre Beziehungen zu Nazideutschland übel. Das Land befand sich in völliger Isolation. Innerhalb von achtzehn Monaten gelang es Max Petitpierre jedoch, die Lage sowohl gegenüber den Amerikanern als auch gegenüber den Sowjets wieder zu normalisieren, trotz seines Anti-Bolschewismus. Mit einem Elan und einer Kühnheit, die unseren politischen Führern heute als Vorbild dienen sollten.